Der große Amazon Kindle Test

eReader Amazon Kindle (2016) - bewährte Technik und neue Highlights

Der Amazon Kindle eReader ist im Juni 2016 in der achten Generation erschienen. Neben vielen altbekannten Technologien und Features überrascht das Gerät durch ein neues Format und spannende Features, die jedoch zunächst dem englischsprachigen Markt vorbehalten bleiben. Ein ausführlicher Amazon Kindle Test zeigt die Stärken und Schwächen des eReaders. Trotz einiger Verbesserungen kann das Einsteigermodell nicht mit den Topprodukten Kindle Paperwhite und Kindle Voyage mithalten. Es ist jedoch ein guter Einstieg für alle, die für kleines Geld ihren ersten eReader erwerben möchten.

Der Kindle eBook-Reader von Amazon auf den ersten Blick

Bereits beim Auspacken des Amazon Kindle fällt ein Unterschied zum Vorgängermodell deutlich ins Auge: die Form des Gehäuses. Während beim letzten Modell die etwas kantigen Maße des eReaders häufig kritisiert wurden, zeichnet sich das neue Modell aus dem Sommer 2016 durch deutlich stärker abgeflachte Ecken aus. Die optimierte Haptik wird auch durch die deutlich kompakteren Maße unterstützt. Mit einer Größe von lediglich 160 x 115 x 9,1 Millimetern und einem Gewicht von 161 Gramm, statt wie bisher 190 Gramm, kann der Kindle der achten Generation guten Gewissens als Leichtgewicht bezeichnet werden. Gerade Vielleser dürften sich über die verbesserte Haptik des Geräts freuen. Keine Änderung gibt es beim Material. Amazon setzt erneut auf Kunststoff, welches den Rahmen für das eingebaute Display bildet. Es wirkt robust und ist nun auch wieder in der Farbe Weiß erhältlich. Auf diese Farbvariante setzte Amazon bereits bei den ersten Modellen des Kindle und besinnt sich nun scheinbar seiner Wurzeln. Frisch ausgepackt wirkt der Kindle im weißen Design sehr elegant. Jedoch mussten wir in unserem Test feststellen, dass er schnell verschmutzt und sich die verunreinigten Stellen durch die raue Oberfläche schwer reinigen lassen.

Komfort bei der Inbetriebnahme: schnell und einfach einrichten

Nach dem Auspacken erfolgt das erste, gespannte Einschalten des Amazon Kindle. Dazu wird das Gerät aktiviert und das eigene WLAN-Passwort eingegeben. Die technische Ausstattung für WLAN unterstützt neben den Standards 802.11b, 802.11g und 802.11n auch die Sicherheitstechnologien WPA, WPA2 und WEP. Anschließend kann es direkt losgehen. Eine Eingabe der persönlichen Zugangsdaten ist nicht erforderlich, wenn das Gerät über den eigenen Amazon-Account im Onlineshop des Herstellers gekauft wurde. Die Daten werden dann automatisch genutzt. Wer sich den eReader schenken lässt, gebraucht oder auf anderen Wegen bezieht, muss einmalig seine Benutzerdaten im Gerät hinterlegen, um mit dem Store verbunden zu sein und neue eBooks herunterladen zu können. Statt wie bei Vorgängermodellen einen interaktiven Anleitungsmodus auszuspielen, gibt es eine kompakte und leicht verständliche Kurzanleitung zu allen wichtigen Funktionen und der Handhabung. Das verkürzt die Einrichtungszeit. Wer bereits einen anderen eReader von Amazon genutzt hat, findet sich auf dem Amazon Kindle direkt zurecht. Grund hierfür sind die identische Benutzeroberfläche bei allen Geräten und die praktischen Popup-Erklärungen beim Kindle von Amazon.

Keine Veränderungen beim E-Ink Pearl Display

Nicht auf Neuerungen sondern auf Altbewährtes setzt Amazon beim Display. Es handelt sich dabei wie schon beim Vorgänger aus dem Jahr 2014 um ein 6 Zoll großes E-Ink Pearl Display. Diese Technologie gilt inzwischen als veraltet und wird bei allen anderen eReadern von Amazon und Konkurrenzprodukten wie dem Tolino Page nicht mehr eingesetzt. Stattdessen kommt inzwischen meistens ein E-Ink Carta Display zum Einsatz. Trotzdem bietet der aktuelle Kindle von Amazon eine solide Displayleistung und eine Auflösung von 800×600 Pixeln. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 167 ppi. Was auch bei diesem aktuellen Amazon-Modell fehlt, ist eine eingebaute Beleuchtung. Zur Nutzung des eReaders ist Umgebungslicht unumgänglich. Andere Kindle-Modelle wie der Paperwhite, Oasis und Voyage besitzen eine integrierte Beleuchtung und lassen sich dadurch ohne zusätzliche Lichtquelle nutzen. Die 16 Graustufen und optimierten Schriftarten sorgen jedoch auch bei künstlichem Licht für Lesevergnügen mit dem Amazon Kindle der achten Generation. Lästige Spiegelungen des Lichts auf dem Display zeigen sich im Praxistest nicht.

Touchscreen des Amazon Kindle bietet gewohnte Qualität mit Sensoren

Bereits vom letzten Modell ist der Infrarot-Touchscreen bekannt welches, wie gewohnt, den bewährten Komfort bietet. Lediglich der Power-Knopf zum Einschalten des eReaders befindet sich am Gerät. Er liegt an bekannter Stelle an der unteren Gerätekante. Der Infrarot-Touchscreen wird durch kleine Sensoren am Displayrand betrieben. Sie sind in das Gehäuse eingelassen und fallen selbstverständlich nicht auf. Die exzellente Berührungserkennung der Sensoren sorgt erneut dafür, dass keine zusätzliche Kunststoffbeschichtung auf dem Display erforderlich ist. In der Folge sind die Kanten der Buchstaben minimal schärfer und die Anzeige fällt besser aus, als bei Modellen mit kapazitivem Display. Tritt der bekannte Ghosting-Effekt auf, ist dieser durch eine Seitenaktualisierung direkt behoben. Im alltäglichen Lesegebrauch erwies sich das Phänomen nicht als störend.

Der Speicher des Amazon eReaders: nicht erweiterbar

Ein Blick auf den Arbeitsspeicher des Amazon Kindle zeigt eine Verbesserung der achten Generation. Statt wie bisher 256 MB sind nun 512 MB vorhanden. In der Nutzung macht sich der größere Arbeitsspeicher jedoch kaum bemerkbar, da die Zeitspanne zum Umblättern von Seiten ohnehin nur bei 0,6 Sekunden lag und nun minimal kürzer ausfällt. Keine Verbesserung gibt es beim internen Speicher, der nach wie vor 4 GB groß ist und sich nicht durch eine externe Speicherkarte erweitern lässt. Das ist jedoch auch bei den meisten anderen eReadern nicht möglich und kann höchstens als allgemeine Schwachstelle der Branche und nicht als Kritik am Amazon Kindle angesehen werden.

Test des Akkus: Laufzeit und Ladezeiten

Mit ca. 19.000 Seiten erreicht der Akku in der achten Generation des Amazon Kindle nicht mehr die Werte seines Vorgängers. Dieser schaffte bis zu ca. 23.000 Seiten. Trotzdem überzeugt die Akkuleistung des Kindle im Test. Ist die Drahtlosverbindung beim Amazon Kindle ausgeschaltet und liegt die tägliche Lesedauer bei rund 30 Minuten, hält der Akku des Geräts vier Wochen lang. Erst danach muss der Kindle an eine Stromquelle und lädt sich bei vollständig entladenem Akku innerhalb von vier Stunden komplett wieder auf. Im Lieferumfang ist zum Aufladen ein Micro-USB-Kabel der Technologie USB 2.0 enthalten. Nicht angeboten wird ein Netzstecker für das Gerät. Hier können jedoch für wenig Geld Adapter aushelfen, wenn das Gerät nicht über einen PC aufgeladen werden soll.

Feature VoiceView nicht für den deutschen Markt

Eine neue Technologie beim Amazon Kindle Test lässt sich in Deutschland bislang leider nicht nutzen. Damit ist das VoiceView-Feature gemeint, für welches eine Bluetooth-Schnittstelle in den Kindle eingebaut wurde. Dieses Feature ist exklusiv mit der englischsprachigen Nutzeroberfläche verwendbar und kann in Deutschland daher bislang nicht getestet werden. Es richtet sich an Nutzer mit einer starken Beeinträchtigung der Sehfunktion. Ob das VoiceView-Feature langfristig auch auf dem deutschen Markt nutzbar sein wird, ist bislang unklar.

Weiteres aus dem Amazon Kindle Test

Einmalig unter den eReader-Herstellern ist der bei Amazon inzwischen immer vorhandene Vokabeltrainer. Er lässt sich auch mit dem Amazon Kindle von 2016 nutzen und unterstützt beim Lernen neuer Vokabeln, die vorab beim Lesen nachgeschlagen wurden. Eine Unterstützung für das Format PDF ist ebenfalls gegeben, jedoch technischen nicht weit ausgereift. Trotzdem lassen sich Dokumente im beliebten PDF-Format gut lesen. Die Pinch-To-Zoom-Geste ermöglicht die Vergrößerung der Seiten und eine Anpassung beim Kontrast ist ebenfalls schnell ausgeführt. In der Beta-Version ist ein Internetbrowser auf dem Gerät vorinstalliert. Er reicht in seinem Funktionsumfang vollkommen aus, um zum Beispiel ein Thema bei Wikipedia nachzuschlagen oder andere kurze Internetrecherchen durchzuführen.

Vor- und Nachteile des eBook Readers

Vorteile: Nachteile:
  • kleineres und handlicheres Gehäuse mit geringerem Gewicht als der Vorgänger
  • bewährte Technik kommt erneut zum Einsatz und bietet intuitive Bedienung
  • Akkukapazität ermöglicht Lesevergnügen von bis zu 19.000 Seiten
  • niedriger Preis macht den eReader Amazon Kindle zum günstigen Einsteigermodell
  • integrierter Vokabeltrainer erleichtert die Verbesserung des eigenen Wortschatzes
  • Nutzung der in die Jahre gekommenen E-Ink Pearl Anzeigentechnologie
  • Feature VoiceView nur bei englischer Benutzeroberfläche
  • keine integrierte Beleuchtung des Displays vorhanden
  • Das raue Gehäuse lässt sich schwer reinigen

Fazit

Der Amazon Kindle erweist sich im Test als gutes Einsteigermodell unter den eReadern. Nur wenig Neues und die altbekannten Stärken sorgen für eine einfache Handhabung und viel Lesekomfort. Lediglich die Technologie des Displays erscheint im Vergleich zu Konkurrenzmodellen etwas eingestaubt. Praktische Features wie das Vokabeltraining erweitern den Funktionsumfang und heben den Amazon Kindle von Modellen anderer Hersteller ab.

Weitere Detailinformationen:

Amazon Kindle im Detail
Amazon Kindle bestellen

Kategorie: Testbericht, Amazon, Kindle
Datum: 18.11.2016
Auszeichnungen
Information

Um unsere Auszeichnung in Ihrer Seite anzuzeigen, binden Sie bitte den folgenden Quellcode ein.

Lizenzfreigabe Sie haben die Freigabe die Auszeichnung (Bild) von unserem Server abzurufen oder auch auf Ihrem Server bzw. in Ihrer Website zu speichern. Die Linkangabe im Quellcode ist Pflicht.