Der Kobo Aura ONE im Test

Aura ONE - Ein entspanntes Lesevergnügen

Der Kobo Aura ONE nutzt die E-Ink Carta Technik und verfügt über ein 7,8 Zoll Display. Bei einer Auflösung von 1872 x 1404 Pixeln ergibt sich eine Pixeldichte von 300 ppi. Dadurch bedingt trumpft der Aura ONE mit einem genauso guten Schriftbild wie bei den kleineren 6 Zoll Geräten auf. Sein Vorgängermodell, den Aura H20, übertrumpft der Kobo Aura ONE spielend und sogar den Kindle Oasis, der bisher das beste Display abliefert, schlägt er zu mindestens bei den Kontrastwerten. Welche Überraschungen unser Testgerät noch an den Tag brachte, erfahren Sie in unserem Testbericht.

Der erste Eindruck - Verpackung, Verarbeitung, Optik und Haptik

Kobo Aura ONE mit Verpackung.Der Kobo Aura ONE befindet sich in einem bunten Karton, der in einer weißen Umverpackung eingeschoben ist. Geliefert werden neben dem eReader selbst zwei Schnellstart-Anleitungen und die Garantiebedingungen. Eine ausführliche Anleitung findet sich im Gerätespeicher. Als einziges Zubehörteil wird mit dem Aura ONE ein schlichtes USB-Kabel mitgeliefert. Damit kann der eReader am PC aufgeladen werden. Ein Netzkabel zum Laden an der Steckdose ist nicht im Lieferumfang enthalten, kann aber optional im Handel erworben werden. Auch liegt dem Gerät keine Hülle bei, was bei Konkurrenten wie dem Kindle Oasis der Fall ist.

Nach dem Auspacken des Gerätes entsteht der Eindruck ein leichtes Tablet in der Hand zu halten. Dieser Eindruck beruht auf der großen Bildschirmdiagonale, welche in etwa dem iPad Mini entspricht. Die sehr plane Oberfläche und der geringe Abstand zwischen Geräterand und Display, tragen ebenfalls zu diesem Eindruck bei. Wirklich ausschlaggebend ist aber die geringe Dicke des Kobo Aura ONE. An seiner dicksten Stelle misst das Gerät gerade einmal 6,9 mm.

Mit nur 230 Gramm Gewicht liegt er zudem leicht in der Hand. Die Rückseite ist konturenreich gestaltet, wodurch der Aura ONE griffig in der Hand liegt. Auf der Rückseite findet sich ein großes Kobo Logo in einer Relief-Struktur. Auf der Vorderseite ist nur ein kleines Logo unterhalb des Displays angebracht.

Die einzige haptische Taste am Kobo Aura ONE ist die Powertaste auf der Rückseite. Alle anderen Funktionen werden über den Touchscreen gesteuert. Eine Home- und Beleuchtungstaste hat der Aura ONE nicht, er setzt stattdessen auf eine bei eReadern vollkommen neue Technologie. (Siehe Abschnitt "Technik und Zubehör".) Als einziger Anschluss ist ein microUSB-Port vorhanden. Einen Speicherkartenslot gibt es nicht, dafür aber ist der Speicherplatz doppelt so groß wie bei den Konkurrenten Kindle Oasis und Tolino Vision 3 HD.

Technik und Zubehör des Kobo Aura ONE

Der Kobo Aura ONE verfügt als erster eBook Reader über ein 7,8 Zoll E-Ink Carta Display mit Retina Auflösung (300 ppi). Im Gegensatz zum Vorgänger Aura H20, der einen Infrarot-Touchscreen verwendet, verfügt der Aura ONE über einen kapazitiven Touchscreen.

Größe und Schärfe des Gerätes beindrucken, doch das wirkliche Highlight steckt im Gehäuserand. Mittels zusätzlicher seitlicher LED´s lässt sich die Farbtemperatur des Aura ONE optimal an das Umgebungslicht anpassen. In dunklerer Umgebung kann der Anteil des Blaulichts reduziert werden. Dies ist eine absolute Innovation, die es bislang bei keinem eReader gab. Blaulichtfilter sind ein großes Thema im Bereich der Tablets und Smartphones. Da gerade eBook Reader oft in den Abendstunden zum Einsatz kommen, liegt es nahe diese Technik auch bei ihnen anzuwenden. Durch die zusätzlich nötigen farbigen LED´s ist das bei eReadern nicht einfach zu implementieren. Kobo versucht sich als erster Anbieter von eBook Readern am Markt an dieser Technik. Der Helligkeitssensor für die automatische Anpassung der Beleuchtung ist von der Umgebungshelligkeit des Gerätes abhängig. Die Beleuchtung des Aura ONE ist regelmäßig, neutral und ausgewogen. Lediglich am unteren Displayrand sind kleinere Lichtschatten zu erkennen. Bei abgeschalteter Beleuchtung ist der Hintergrund ein wenig dunkler. Dies ist aber nicht weiter schlimm, da die meisten eReader sowieso mit aktivierter Beleuchtung genutzt werden.

Displaybeleuchtung ohne Blaulicht-Reduzierung (kalt-weißes Licht). Displaybeleuchtung mit Blaulicht-Reduzierung (warm-weißes Licht).

Hinweis: Links Beleuchtung ohne Blaulicht-Reduzierung (kalt-weißes Licht) und rechts mit Blaulicht-Reduzierung (warm-weißes Licht)

Das Schriftbild präsentiert sich klar und knackig. Besonders beim Kontrast trumpft der eBook Reader auf. Hier übertrieft der Messwerte den bisherigen Spitzenreiter Kindle Oasis.

Auch im Punkto Speicherplatz hebt sich der Kobo Aura ONE von der Konkurrenz ab. Während gewöhnlich 4 GB an Speicherkapazität üblich sind, bietet der Aura ONE 8 GB. Das Herz des Gerätes ist ein 1 GHz Single-Core-Prozessor. Zudem wurden 512 MB Ram-Speicher verbaut. Beides entspricht dem aktuellen Standard dieser Geräteklasse.

Der Aura ONE ist wasserdicht und staubgeschützt. Allerdings fiel im Test auf, dass sich ein schmaler Spalt zwischen Gehäuse und Display befindet, in dem sich schnell Schmutz sammeln kann. Laut der IPX8-Zertifizierung kann das Gerät eine Stunde lang in 2 Metern Tiefe bestehen. Dies ist beruhigend, wenn in der Badewanne, am See oder am Meer gelesen werden soll.

An der Akkuleistung des Kobo Aura ONE wurde leider etwas gespart. Leichtgewicht und Dünne verdankt er einem vergleichsweise kleiner dimensionierten Akku. Seine Laufzeit wird vom Hersteller Kobo mit bis zu einem Monat angegeben, andere Modelle liegen bei bis zu zwei Monaten.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des Aura ONE ist dank starker Hardware und ausgereiftem Betriebssystem hervorragend. Der kapazitive Touchscreen reagiert schnell auf die Eingaben, Hänger und lange Ladezeiten gibt es so gut wie nicht. Der Kobo Aura ONE läuft unglaublich stabil. Im Test gab es trotz mehrerer Wochen Laufzeit keinen Absturz.

Bedienung und Handhabung im Test

Kobo Aura ONE ausgepackt.Nach dem ersten Gerätestart wird der Anwender freundlich zur Registrierung oder zum Login aufgefordert. Ohne einen Kobo-Account kann der Aura ONE nicht genutzt werden. Nach der Registrierung und dem Login werden von Kobo alle Notizen und Anmerkungen synchronisiert, ebenso wie das Leseverhalten des Nutzers.

Die funktionale Kacheloptik der Firmware von Kobo ist Nutzern des Vorgängermodells Aura H20 bereits bekannt. Per Pocket gespeicherte Inhalte anderer Geräte können auf den Aura ONE synchronisiert werden. Der eReader ist in der Lage größere eBook-Bibliotheken in Sammlungen zu organisieren. Seine Sortierfunktionen ermöglichen eine übersichtliche Darstellung der Inhalte.

Zur Textanzeige stehen 11 Schriftarten und mehr als 50 Schriftgrößen zur Verfügung. Weitere Schriftarten können nachträglich installiert werden. Randgröße, Zeilenabstand und die Ausrichtung sind einstellbar. Wirklich beeindruckend ist die Einstellung der Schriftstärke in unterschiedlichen Abstufungen. Das tröstet den Leser hoffentlich über die fehlende Querformat-Ansicht hinweg.

Das Blättern erfolgt ausschließlich über den Touchscreen. Dabei kann der Nutzer zum Vor- oder Zurückblättern einfach auf den Touchscreen tippen oder die bekannte Wichgeste nutzen. Des Weiteren kann zum Blättern zwischen vier unterschiedlichen Touch-Bereichen gewählt werden. Diese Option ist besonders für Linkshänder interessant da Sie z.B. das Vorwärtsblättern auf die link Seite des eBook Readers verlagern können.

Der Gehäuserand ist sehr schmal. Das leichte und dünne Gerät muss ordentlich festgehalten werden, um nicht aus der Hand zu fallen. Dabei kann es schon einmal passieren, dass ungewollt den Touchscreen berührt und dabei eine Seite weiter blättert. Die Blättergeschwindigkeit ist ausgezeichnet. Möchte man schnell Vor- oder Zurückblättern so gelangt man über die linke obere Ecke zu einem Untermenü in dem man über einen Schieberegler mehre Seite überspringen oder auch auf Wunsch sich das Inhaltsverzeichnis anzeigen lassen kann.

Der Text kann markiert und mit Notizen belegt werden. Diese Notizen werden geräteübergreifend synchronisiert. Für den Kobo Aura ONE existieren 20 Wörterbücher, die bei Bedarf nachinstalliert werden können.

Bei der Lektüre im PDF-Format tut sich der Aura ONE etwas schwer. PDF-Datei können zwar mit dem Aura ONE problemlos geöffnet werden, sobald man jedoch zoomen oder scrollen möchte bleibt der eBook Reader auf der Strecke. Der bekannte PDF-Reflow-Modus wird nicht unterstützt. Über die Firmenware wird die Pinch-to-Zoom Funktion bereitgestellt, jedoch funktioniert diese nur extrem langsam. Den Zoom-Faktor kann man per Zoom-Geste oder alternativ über einen Schieberegler einstellen. Das Anzeigen von PDF-Dokumenten im Querformat ist ebenfalls möglich. Dank des großen Bildschirms passt sehr viel Inhalt auf eine Seite, so dass zoomen und scrollen in unserem Test nicht notwendig war.

eBooks erwerben - Apps und Clouds nutzen

Die Rückseite des Kobo Aura ONE .

Kobo hat einen eigenen ePub-Standard, den sogenannten "kepub". Dahinter verbergen sich ePub-Dateien mit zusätzlichen Codeschnipseln. Diese können auf anderen Geräten wie Tolino & Co. gelesen werden, doch die Formatierungen gehen dabei verloren.

Alle im Kobo eBook Store erworbenen eBooks gelangen automatisch in die Kobo Cloud. Von hier aus werden sie auf andere Geräte synchronisiert. In die Cloud von Kobo können keine weiteren Dateien hinzugefügt werden.

Eine innovative Neuerung ist die Overdrive-Verknüpfung. Besitzt der Nutzer einen Account beim Kobo-Mutterkonzern Rakuten, kann er alle Bücher seiner lokalen Bücherei mit der Kobo-Suche finden und direkt ausleihen. In der Theorie funktioniert dies auch in Deutschland, jedoch ist der Marktanteil von Overdrive in Deutschland noch stark rückläufig. Hier führt immer noch der Anbieter Onleihe.

Vor- und Nachteile zusammengefasst

Vorteile: Nachteile:
  • Elegant verpackt
  • Saubere Verarbeitung
  • Scharfes und kontrastreiches Display
  • LED-Beleuchtung mit Blaulichtreduktion
  • Wasserdicht
  • Übersichtliches und gut strukturiertes Menü
  • Schnelle Reaktionszeit bei der Menüsteuerung und beim Blättern in eBooks
  • Schmaler Spalt zwischen Gehäuse und Display, in dem sich schnell Schmutz sammeln kann
  • Keine ergonomische Form wie z.B. beim Amazon Kindle Oasis
  • Registrierungspflicht beim Start des eBook Readers
  • PDF Pinch-to-Zoom Funktion sehr langsam

Fazit des Kobo Aura ONE Testberichtes

Insgesamt betrachtet schneidet der Aura ONE im Test sehr gut ab. Er ist ein sehr guter 7,8 Zoll Reader, bei dem es sehr wenig zu beanstanden gibt. Bis auf die etwas geringere Akkulaufzeit, dem schmaler Spalt zwischen Gehäuse und Display und der PDF-Problematik beim Zoomen, ist der Aura ONE ein ordentlicher und stabiler eReader. Die innovative Beleuchtung mit der Blaulichtreduktion überzeugt, die Einstellung der Schriftstärke in unterschiedlichen Abstufungen begeistert sogar.

Mit einem Preis von 229 Euro ist er vergleichsweise teuer und Kobo-Aktionen, bei dem man den eBook Reader etwas günstiger erwerben kann, sind ehr selten. Der Preis rechtfertigt sich durch Premium-Funktionen wie den Blaulichtfilter, das Retina-Display und die Wasserdichte. Der Nutzer muss sich die Frage stellen, was er von einem eBook Reader erwartet. Liegt die Erwartungshaltung auf dem qualitativ hochwertigen und großen Display und den innovativen Funktionen, dann ist der Kobo Aura ONE für Leser eine sehr gute Wahl.

Weitere Detailinformationen:

Kobo Aura ONE im Detail
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Kategorie: Testbericht, Kobo, Aura ONE
Datum: 09.12.2016
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