Testbericht - PocketBook InkPad 2

EBook Reader in Großformat

Der PocketBook InkPad 2 bringt ein 8 Zoll großes Display mit. Damit wirkt er wie ein etwas kleineres Tablet. Die Bedienung ist nicht ganz so intuitiv wie beispielsweise beim PocketBook Touch HD. Ein Blick ins Handbuch war im Test nötig, um vor allem die Eingabemöglichkeiten im Lesemodus zu entdecken. Hat man die Bedienung aber einmal verinnerlicht, gestaltet sich der Umgang damit sehr angenehm.

Die Verpackung, Verarbeitung, Optik und Haptik des PocketBook InkPad 2

PocketBook InkPad 2 mit Verpackung.Im schicken Karton befinden sich neben dem eBook Reader selbst, eine Kurzanleitung und ein USB-Kabel. Eine Schnellstartanleitung und das ausführliche Benutzerhandbuch befindet liegt auf dem Gerätespeicher. Die Verarbeitung des PocketBook InkPad 2 ist ordentlich. Das Gerät wiegt mit 305 Gramm, aufgrund des großen 8 Zoll Displays, mehr als viele andere eBook Reader. Dennoch liegt er damit sehr gut in der Hand. Er ist ohne weiteres mit nur einer Hand zu halten, ohne dass größere Ermüdungserscheinungen auftreten.

Das Gehäuse ist schwarz und dessen Rückseite ist komplett gummiert. Die einzigen haptischen Tasten sind auf der rechten Seite mittig angebracht. Sie dienen zum Vor- und Zurückblättern. Alle weiteren Funktionalitäten erfolgen über den Touchscreen. Diese sind nicht unbedingt immer selbsterklärend, ein Blick in die Bedienungsanleitung ist vor der Benutzung daher ratsam.

Zwischen dem Display und den Blättertasten befindet sich ein kleiner Spalt. Diese mag optisch schön aussehen, ist aber als Schmutzfänger prädestiniert. Ein glatter Übergang wäre hier sicherlich besser gewesen.

Am oberen, rechten Rand befindet sich der Powerknopf. Dieser ist gut im Gerät versenkt und lässt sich gut bedienen. Direkt daneben sind die Anschlüsse für die MicroSD-Karte und Micro-USB sowie der Reset-Knopf unter einer kleinen Schutzklappe aus Gummi versteckt. Dadurch sind die Anschlüsse gut vor Verschmutzungen geschützt.

Der Kopfhöreranschluss befindet sich an der Unterseite des InkPad 2. Dies ist immer dann etwas unpraktisch, wenn der eBook Reader aufrecht stehend genutzt werden soll, wie beispielsweise beim Lesen im Liegen.

Technik und Zubehör

EBook Reader mit Schnellanleitung und USB-Kabel.Der PocketBook InkPad 2 bietet einen 8 Zoll großen Bildschirm mit HD Plus (E-Ink Pearl). An Geräte mit einem Carta-Display reicht es qualitativ nicht heran. Das Display hat eine Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln, eine Pixeldichte von 250 ppi und ist beleuchtet. Mit diesem Werten kann der InkPad 2 im Vergleich zum Kobo Aura ONE nicht mithalten. So hat der Aura ONE ein Carta-Display mit einer Displayauflösung von 1875 x 1404 Pixeln was 300 ppi entspricht. Oft wirkt das Schriftbild des InkPad 2 nicht ganz so klar da Fragmente der vorherigen Seite sichtbar bleiben, die erste nach einem kompletten Seiten-Refresh verschwinden. Diese Ghosting-Effekte sind nicht sehr stark, stören aber eventuell das auf Perfektion ausgelegte Auge. Ebenso sind im Test einige Wolkenbildungen, vor allem an den Randbereichen des Displays, aufgefallen. Die Displaybeleuchtung ist in Ordnung. Das große Display wird gleichmäßig und mit genügend Intensität ausgeleuchtet. Kleine Lichthöfe sind am unteren Displayrand sichtbar die aber das Lesen nicht weiter negativ beeinflussen.

Das InkPad 2 bietet einen 1 GHz starken Prozessor, 512 MB RAM und 8 GB internen Speicher. Sollte der Speicher nicht ausreichen, kann er durch eine MicroSD-Karte erweitert werden. Der Akku bietet 2500 mAh und sorgt damit für eine ausreichend lange Laufzeit.

Über einen MicroUSB-Anschluss kann das PocketBook InkPad 2 mit dem PC verbunden und auch darüber aufgeladen werden. Darüber hinaus bietet es die Verbindungsmöglichkeit per WLAN. Eine Bluetooth-Schnittstelle existiert auf dem Gerät nicht.

Das InkPad 2 reagiert oftmals eher langsam. Bei manchen Eingaben sieht der Nutzer erst einmal eine Sanduhr und darf auf das Ergebnis warten. Andere Geräte reagieren wesentlich schneller.

Der Lesemodus im Test

Schriftbild des PocketBook Inkpad 2.Von der Wolkenbildung und den Ghosting-Effekten am Display abgesehen, gestaltet sich das Lesen für den Nutzer sehr angenehm. Wie schon erwähnt, lässt sich sowohl per Touchscreen (durch Antippen oder mittels "Wischen"), als auch per Tastendruck blättern. Im Test erwies sich das Blättern mit den Tasten als am angenehmsten. Um ein Lesezeichen zu setzen, das Buch zu schließen, einen Kommentar zu verfassen oder Ähnliches, muss der Touchscreen genutzt werden. Einmal darauf getippt, öffnet sich ein Menü.

Linkshänder werden sich über die Möglichkeit der 180-Grad-Drehung freuen. Dadurch wird der Text auf den Kopf gestellt, und die Blättertasten können somit auf der linken Geräteseite genutzt werden.

Besonders beim Lesen fallen die angenehmen Haltemöglichkeiten des InkPad 2 auf. Ob links, rechts oder unten, der eBook Reader lässt sich spielend leicht mit nur einer Hand halten. Das Gewicht ist für die Größe angemessen.

Im Lesemodus können zu den eBooks Notizen hinterlegt werden. Die Anlage dieser gestaltet sich allerdings wenig intuitiv und ist ein wenig sperrig. Durch langes Antippen eines Wortes wird ein Menü aufgerufen. Dabei allerdings stehen nicht alle Menüpunkte zur Verfügung. Diese sind nur dann alle vorhanden, wenn das Menü für die Notizen vorher separat aufgerufen wird. Die Notizen, Lesezeichen und Markierungen können in einer Liste angezeigt und wieder geöffnet werden. Katalogfunktionen gibt es an dieser Stelle leider nicht.

Etwas umständlich gelöst ist die das Nachschlagen von Wörtern im Wörterbuch. Bei den meisten Anbietern berührt man einfach etwas länger das Wort und das Wörterbuch öffnet sich direkt. Beim InkPad 2 benötigt man dafür zwei Berührungen. Beim Nachschlagen vieler Wörter ist diese Art etwas unpraktisch und zeitraubend.

Die Bibliothek und die Darstellung von PDF-Dokumenten

Pocker-Knopf und Anschlüsse.Die Bibliothek des PocketBook InkPad 2 zählt laut Internetstimmen zu den Besten am Markt. Sie ist mit der Bibliothek des PocketBook Touch HD identisch und bietet zahlreiche Sortier- und Kategorie-Funktionen. Die eBooks werden nach Autoren, Genre und Reihen einsortiert. Zusätzlich können Favoriten angelegt und Sammlungen und Ordner erstellt werden. Auch eine Sortierung nach Dateiformaten und eBooks aus der PocketBook Cloud ist möglich. Selbstverständlich existiert zudem eine Freitextsuche. Diese sucht nicht nur im Titel sondern auch nach Autoren.

PDF-Dokumente lassen sich auf dem PocketBook InkPad 2 beinahe in ihrer Originalgröße darstellen. Die Breite der Anzeige kann ebenso eingestellt werden, wie die ganzseitige Darstellung, die Ansicht in Spalten, der Randbeschnitt und der Zoom.

Zusatzprogramme

Der PocketBook InkPad 2 bringt neben seiner Eigenschaft als eBook Reader noch weitere Funktionalitäten mit. Ein praktisches Gimmick ist der Audioplayer, mit dem beim Lesen im Hintergrund über Kopfhörer Musik gehört werden kann. Der integrierte Browser ist praktisch zum Laden von Büchern aus der Onleihe oder den Cloud-Diensten DropBox und PocketBook-Cloud. Der InkPad 2 bietet außerdem eine kleine Auswahl an Spielen (Klondike, Schach, Scribble und Sudoku). Ein Taschenrechner, eine Galerie, eigene Notizen und RSS Nachrichten sind ebenfalls mit im Gepäck.

Vor- und Nachteile des PocketBook InkPad 2

Vorteile: Nachteile:
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Integrierte Displaybeleuchtung
  • Großes 8 Zoll-Display
  • Blättern per Taste oder Touchscreen
  • Die Tastenbelegung kann geändert werden
  • Speichererweiterung via MicroSD-Karte mit bis zu 32 GB möglich
  • Gute Sortierung der Bibliothek
  • DropBox und PocketBook-Cloud
  • Nutzung der Onleihe möglich
  • EBooks können via Mail an den eBook Reader gesendet werden
  • Lesen im Querformat möglich
  • Eigene Schriftarten können installiert werden
  • Audioplayer mit Vorlesefunktion
  • Anlegen mehrerer Benutzerprofile ist möglich
  • Schriftengößen zwischen 20 - 82 Punkten wählbar
  • Wörterbuch integriert
  • Für Linkshänder geeignet
  • Kleine Spielsammlung vorinstalliert
  • Wolkenbildung auf dem Display
  • Ghosting-Effekte treten auf
  • Umständliches Handling beim Nachschlagen von Wörtern
  • Oft eher träge und langsam

Fazit des Testberichtes

Der Test lässt zwiegespaltene Gefühle zurück. Zum einen kann das Gerät begeistern, zum anderen wird diese Begeisterung auch hier und da wieder gedämpft. Obwohl das Gehäuse eine sehr gute Qualität aufweist und das PocketBook InkPad 2 einige Vorteile bietet, erreicht es letztlich im Test lediglich die Note "gut". Dies liegt vor allem an der nicht ganz so überzeugenden Bildschirmdarstellung. Beim längeren Lesen stören Wolkenbildungen und Ghosting-Effekte. Die E-Ink-Pearl Technik ist im Vergleich zu anderen Geräten am Markt nicht mehr der aktuelle Stand der Technik. Auch die oftmals zähe Arbeitsgeschwindigkeit fällt negativ auf.

Hervorzuheben sind allerdings die Größe und die angenehme Lesehaltung, sowie die wirklich durchdachte Bibliothek. Das Softwarepaket des PocketBook InkPad 2 lässt nichts zu wünschen übrig. Auch die MP3-Wiedergabe des AudioPlayers und die gelungene Anzeigefunktion von PDF-Dateien können sich hören, bzw. sehen lassen.

Im Angesicht des Preises liegt es im Ermessen des Lesers, welche Funktionalitäten ihm wichtig sind. Die Bildschirmanzeige wird Neueinsteigern auf dem eReader-Markt sicherlich nicht negativ auffallen. Erst durch entsprechende Vergleiche sind die Unterschiede zu erkennen. Über Geschwindigkeitseinbußen kann noch hinweg gesehen werden, wenn das Augenmerk des Nutzers auf den restlichen, wirklich ausgereiften Funktionalitäten liegt.

Weitere Detailinformationen:

PocketBook InkPad 2 im Detail
PocketBook InkPad 2 bestellen

Kategorie: Testbericht, PocketBook, InkPad 2, Test
Datum: 13.12.2016
Auszeichnungen
Information

Um unsere Auszeichnung in Ihrer Seite anzuzeigen, binden Sie bitte den folgenden Quellcode ein.

Lizenzfreigabe Sie haben die Freigabe die Auszeichnung (Bild) von unserem Server abzurufen oder auch auf Ihrem Server bzw. in Ihrer Website zu speichern. Die Linkangabe im Quellcode ist Pflicht.